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Zillbach

Zillbach

In einem Seitental des linken Werraufers, zwischen den Tälern der Schwarzbach und der Rosa,
liegt der Ort Zillbach.

Er erhielt seinen Namen von dem gleichnamigen Bach, der am Ortsausgang nach Eckardts (an der Heinrich-Cotta-Plantage) entspringt und beim Windenhof in Schwallungen in die Werra mündet.

Bereits 1385 wird Zillbach, als Czylbach, in einer Papsturkunde erwähnt. Mitte des 15. Jahrhunderts erhielten die Gebrüder Kungkel vom damaligen Henneberger Grafen, zu dessen Gebiet das Zillbacher Tal gehörte, die Erlaubnis, dort eine Glashütte zu errichten.

Diese bestand bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts. 1545 kaufte Graf Georg Ernst die zur Glashütte gehörenden Gebäude und baute an dieser Stelle ein Jagdschloss. Nunmehr dienten die Zillbacher Wälder der Jagd und der Forstwirtschaft.

Nach dem Aussterben der Henneberger Grafen kam das Zillbacher Gebiet im Laufe der Jahre um 1660 zum Herzogtum Sachsen-Weimar. Die Weimarer Herzöge führten die Waldwirtschaft weiter und richteten 1708 ein Kammergut ein. Dazu wurden entsprechende Gebäude errichtet und Arbeiter herbeigeholt. Nach anfänglichen Erfolgen nahm im Laufe der Jahre die Fruchtbarkeit des Bodens ab und man löste 1784 das Kammergut auf. Das dazugehörende Ackerland wurde an diejenigen, die sich hier niederlassen wollten, gegen einen Geldzins verteilt. Erst in dieser Zeit wurde Zillbach eine eigentliche Gemeinde mit eigener Verfassung.

Auch in kirchlicher Hinsicht gibt es Grund zur Annahme, dass Zillbach eine noch junge Gemeinde ist. Erst 1718 wurde der Ort eigene Kirchgemeinde, während er davor Filiale von Rosa war. Als Kirche diente damals und auch heute noch der Bankettsaal des Hennebergischen Jagdschlosses aus dem Jahre 1595.

Mit der Geschichte Zillbachs ist das Wirken des Forstmannes Heinrich Cotta verbunden. 1763 im Forsthaus auf der "Kleinen Zillbach", ein ebenfalls zum Herzogtum Sachsen-Weimar gehörendes Waldstück bei Schwarzbach, geboren, wurde Cotta ein bedeutender Forstwissenschaftler.

Von 1793 - 1795 baute er die erste forstbotanische Anlage mit über 400 Baumsorten auf. Bis 1810 hat er in Zillbach gewirkt, 1811 nahm Cotta ein Angebot des sächsischen Königs an und siedelte mit Familie nach Tharandt bei Dresden um. Er wirkte dort bis 1844 als königlich-sächsischer Forstrat.

Aus der dortigen Forstlehranstalt ging die Forstwissenschaftliche Sektion der Technischen Universität Dresden hervor. Heute pflegt der Verein Freundeskreis "Heinrich Cotta" in Zillbach das Andenken des großen Forstwissenschaftlers. Im Landeskulturellen Kabinett ist sein Wirken in Zillbach und darüber hinaus dargestellt und wird gern von Besuchern besichtigt.

Wie schon erwähnt, war Zillbach in der Vergangenheit von der Waldwirtschaft geprägt. Verschiedene Tätigkeiten resultieren daraus. Neben Förster, Forstaufseher, Revierjäger, Holzhauer gab es auch Wildpark- und Zaunwärter. Diese waren Angestellte, die das Wildgatter in Ordnung hielten, daß damals das Zillbacher Ackerland umgab. Daneben wurden auch andere Berufe wie Weber, Korkschneider und Holzschuhmacher ausgeübt.

Im Jahre 1911 erhielt Zillbach, unter finanzielle Mithilfe des Großherzogs, eine Ringwasserleitung.

1913 wurde ein neues Gebäude als Kinderbewahranstalt (Kindergarten) eingeweiht. Das "Prinzeß-Sophia-Heim".

Heute ist Zillbach ein Ort, indem Besucher wegen seiner Geschichte und auch seiner schönen landschaftlichen Lage, gern verweilen. Eine Gaststätte und ein Cafe, das auch den Namen "an der Cottaplantage" trägt, sorgen dabei für das leibliche Wohl. Ebenfalls das Sportlerheim.

Ein besonderer Höhepunkt im kulturellen Leben des Ortes ist das seit 1978 zu Pfingsten gefeierte "Heinrich-Cotta-Fest". Dies organisiert der schon erwähnte Verein "Freundeskreis Heinrich Cotta".

Zur sportlichen Betätigung gibt es den Fußball-Sport-Verein und die Kraftsportgruppe Zillbach. An wirtschaftlichen Einrichtungen sei eine Tischlerei, Inh. Gerd Wagner, und die Forstbaumschule "Heinrich Cotta" genannt. Sie wurde 1984 vom Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Meiningen erbaut und ging im Juni 1991 an den neuen Besitzer, Peter Seilner, aus Baden-Württemberg, über.

Seit dem 1. April 1992 bilden die Orte Schwallungen und Zillbach, die auf vielfältige Bindungen untereinander verweisen können, eine Einheitsgemeinde. Die Gemeinden Eckardts und Schwarzbach kamen am 24.02.1994 dazu.