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Geschichte des Werrahochwassers in Schwallungen
Seit Urzeiten schlängelt sich die Werra durch das süd,- und südwestliche Thüringen.
Sie hat sich zwischen Thüringer Wald und Rhön ihr Bett gegraben und bildet so den
natürlichen Grenzfluss zwischen den beiden prägenden Landschafts,- u. Siedlungs-
formen.
Das Werratal besteht hauptsächlich aus den drei Schichten der Triasformation,
dem Buntsandstein mit seinen sandigen Böden, steilwandig anstehender Muschelkalk
und vereinzelt Keuper.
In einer Urkunde wird die Werra 775 erstmals erwähnt. Damals schenkte Kaiser Karl
den zehnten Teil seiner Besitzungen der königlichen „villa Salzungen“ an der „Wisera“
dem Kloster Hersfeld. Ab dem Jahre 786 wird sie als „Uuisora“ und seit 1407 als
„Werra“ geführt. (1)
Schon seit Beginn der Geschichtsschreibung wird von großen Hochwassern in der
Werra gesprochen. Schneeschmelze im Frühling bzw. Starkregen im Sommer führten
oft zu katastrophenähnlichen Überschwemmungssituationen.
Die bisher größten Hochwasserstände wurden lt. Aufzeichnungen in den Jahren
1613 , 1909 , 1967 , 1994 und 2003 verzeichnet. In Schwallungen gibt es zwei
Hochwassermarken aus dem Jahre 1909. Eine befindet sich im Sockelbereich des
Wohnhauses der Fam. Heineck Seegraben 2 ( Metallknopf ), die Andere in der Garage
von Rolf Kirchner Seegraben 1 als Schriftzug an der rückwärtigen Mauer :
„Gef. Höhe OK. 262,75 m ü. NN“
Das heißt, die Wassermassen standen ca. 35 cm hoch am Haussockel der Fam. Heineck und ca. 80 cm in der jetzigen Garage bei R. Kirchner. Der Weg „Seegraben“, die
„Baumbach-Schmiede samt Wohnhäuser, der „Mühlenweg“ und große Teile des
„Lerchenfeldes“, einschl. des vorderen Teiles der „Bahnhofstraße“ waren überflutet.
Bis in die 60`- Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Pegelstand über die absolute
Höhe über NN ( Normal-Null bezogen auf die Meeresoberfläche ) angegeben.
Deshalb ist auch die Pegelstandsangabe von 1909 in der Garage von R. Kirchner
in dieser Weise festgehalten. Die heutigen Pegelstände werden über geeichte Meßlatten in
der tatsächlichen Wasserführenden Höhe ermittelt.
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Zeitliche Abfolge der Werra-Hochwasser
| 29.05.1613 |
„...thüringische Sintflut überschwemmte das Werratal mehrere Meter hoch. Alle anderen nachfolgenden Hochwasser haben diese Flut nicht wieder übertroffen.“ (2) |
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| 11.09.1651 |
große Wasser im Tal der Werra (3) |
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| 25.12.1763 |
Regen vom 1. Weihnachtstag bis Silvester ununterbrochen
„... hohe Wasser“ (4) |
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| 08.04.1808 |
„...Fluss Werra führt Hohe Wasser“ (5) |
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| 26.01.1846 |
Hochwasser der Werra |
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| 28.06.1871 |
„...hat es im Sommer so sehr geregnet, dass am 17. und noch mal am 28. Juni das ganze Lerchenfeld ( Brückenfeld ) überschwemmt worden ist,
weil der Damm unterhalb des Wehres ( ? dVF ) durchbrochen war“ (6)
Pegel Breitungen: 250,01 m ü. NN
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| 24.11.1890 |
Pegel Wasungen: 270,25 m ü. NN |
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| 12.11.1892 |
„...war das Hochwasser noch höher als 1871, aber das Brücken,-oder Lerchenfeld ist nicht wieder überschwemmt worden, weil der Werradamm (? dVF ) gehalten hat.“ (7)
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| 05.02.1909 |
größtes Hochwasser bisher, wo konkrete Pegelstände ( Basis NN ) vor allem in Schwallungen vorliegen
Pegel Wasungen 270,12 m ü. NN
Schwallungen in Garage Rolf Kirchner , Seegraben 1
Pegel Schwallungen 262,75 m ü. NN
Hochwassermarke ( Metallknopf ) am Sockel Haus Seegraben 2 der Fam. Heineck |
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| 31.12.1925 |
Pegel Wasungen 269,66 m ü. NN |
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| 27.12.1927 |
Pegel Bad Salzungen 239,02 m ü. NN |
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| 26.06 1934 |
Pegel Bad Salzungen 238,88 m ü. NN |
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| 15.01.1938 |
Pegel Bad Salzungen 238,06 m ü. NN |
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| 14.02.1946 |
- ? - |
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| 24.12.1967 |
in Schwallungen bekannt als das große Weihnachtshochwasser
Pegel Meiningen 285,69 m ü. NN |
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| 10.08.1981 |
keine Angaben |
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| 16.04.1994 |
Innerhalb weniger Stunden stieg die Werra wegen eines anhaltenden 24 stündigen Starkregens um ein Vielfaches.
Wären die Wassermassen noch 5 cm höher gestiegen, bestand die Gefahr der Überflutung der Disco „Oase“ und der Sportlerklause. |
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| 03.01.2003 |
Die Werra stand 3 cm unter dem neu errichteten Hochwasserschutzdamm um den Sportplatz und dem Freigelände. Der Damm wurde an 3 Stellen ( Ostkurve ) durchweicht, so dass der Sportplatz wieder vollständig geflutet wurde.
Die Gärten im Brückenfeld und an der B 19 standen voll unter Wasser.
Pegel Meiningen 3,49 m (über 15 Stunden)
Einsatzbericht der Feuerwehr mit Bildern
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| 14.01.2011 |
Anhand der hier dargelegten Aufzeichnungen kann man davon ausgehen, dass dieses Hochwasser mit zu den stärksten seit 1909 zu zählen ist.
Pegel Meiningen 3,84 m
Fliessstärke 223 Kubikmeter Wasser / Sekunde
10 x soviel wie im Jahresdurchschnitt
- Bürgerhaus und Sportlerklause mit Sandsäcken gesichert
- Gärten im Brückenfeld und an der B 19 überflutet
- Grundwasser drückt im Hof K. Krahmann hoch
- Kindergarten und Wohnhäuser an d. Werra Keller überflutet
- Gesamte Breite Werratal von Schwarzbacher Allee bis zu Gärten an der Auffahrt Schwallungen Süd sind geflutet
- Am Wohnhaus Rolf Kirchner Seegraben war das Wasser schon auf der obersten Stufe
- Gelände des Reitsportvereins überflutet
Panorama des Hochwassers von der Werrabrücke
Einsatzbericht der Feuerwehr mit vielen Bildern und weiteren Videos
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| Quellen |
(1) Peter Pilz „Auf den Spuren der Geschichte der EHG Schwallungen“ 2008
(2) Karl Erb „Ortsgeschichte d. Dorfes Schwallungen“ 1936
(3) Johann Georg Pfar „Chronik“
(4) Karl Erb „ Ortsgeschichte d. Dorfes Schwallungen“ 1936
(5) Johann Georg Pfar „Chronik“
(6) Karl Erb „Ortsgeschichte d. Dorfes Schwallungen“ 1936
(7) Karl Erb
Pegelstände „Hochwassermarken in Thüringen“ lt. Unterlagen TLUG (Regionalstelle Suhl)
Thüringer Ministerium f. LFUN
Eigene Aufzeichnungen Peter Pilz |
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